4 Kfz-Mechatroniker der Carl-Benz-Schule im Austauschprogramm mit St. Etienne / Frankreich

Mit einer Gruppe von 4 Kfz-Mechatronikern, alle im 2. Lehrjahr bei Mercedes-Benz in Rastatt beschäftigt, wurde ein einwöchiges Betriebspraktikum in St. Etienne durchgeführt.



Besuchergruppe der CBS bei BMW St.Etienne: V.r. Pascal Haitz, Ivana Zulj, Vanesse Ziller, Jonas Schmidle (Mercedes-Benz, Werk Rastatt), Bernd Schlögl (CBS-Gaggenau)

Im Vordergrund des seit 2006 bestehenden Austauschprogramms zwischen den Lycée professionel Sainte Claire und der Carl-Benz-Schule Gaggenau, standen Praktika bei Kfz-Autohäusern aus St. Etienne. Diesmal waren es die Firmen BMW und Ford.


Schüleraustauschprogramme sorgten auf beiden Seiten immer wieder für Überraschungen. Die Schüler konnten feststellen, dass dort die Arbeit samt dem Umgang mit Kunden deutlich anders als in Deutschland organisiert ist. So gibt es etwa in französischen Autowerkstätten häufig keine festen Zeitvorgaben, in denen er bestimmte Arbeiten zu erledigen sind und die dem Kunden dann auch, unabhängig von der tatsächlich benötigten Arbeitszeit berechnet werden. Vielmehr muss der Kunde dort exakt die Arbeitszeit bezahlen, die der Monteur für die Reparatur benötigt hat.
Auch die Mittagpause von 2 Stunden war für die Schüler sehr ungewohnt.


Besuch bei der Partnerschule Lyceé St Claire in Sury Le Comtal

Noch gravierender sind die grundlegenden Unterschiede der beruflichen Ausbildungssysteme in Frankreich und Deutschland. Für viele Länder ist das weltweit einzigartige Modell der dualen Ausbildung durch Schule und Betrieb in Deutschland inzwischen längst ein Vorbild. Die mit rund 25,6 Prozent (Zahlen Dez 2013) sehr hohe Jungenarbeitslosigkeit in Frankreich gegenüber der mit 7,4 Prozent niedrigen in Deutschland führte Schlögl dabei auch auf die unterschiedlichen Ausbildungssysteme zurück. „Hier zeigen sich die Stärken des dualen Schulsystems in Deutschland. Durch die gleichzeitige Ausbildung an Berufsschulen und in Betrieben wird das Wissen praxisbezogener vermittelt“, meinte Bernd Schlögl.
In Frankreich hat man diese Erfahrung auch schon gemacht und versucht nach einer 3-jährigen schulischen Ausbildung zwei weiter Jahre dual mit einem KFZ-Betrieb zu vervollkommnen.
Lehrer Daniel Hauser ergänzte „Ein weiterer Punkt ist die fremdsprachliche Kompetenz unserer Berufsschüler“. Auch dazu machten die CBS-Schüler überraschende Erfahrungen. Einer der angehenden Kfz-Mechatroniker wunderte sich, wie schnell er sein etwas eingerostetes Französisch wieder reaktivieren konnte, ein anderer, der kein Wort Französisch sprach, war sehr erfreut, wie gut er mit Englisch kommunikativ über die Runden kam.


Besuch bei Ford/ St. Etienne. V.L. Chritian Bory, Jonas Schmidle, Vanessa Ziller und Daniel Hauser.

Die Rückfahrt nach Gaggenau wurde durch einen Kurzaufenthalt an der Côte d´Azur ergänzt. Der Besuch des Strandes und von St. Tropez mit seinen dortigen Hafen und den Luxusjachten haben die Schüler sehr begeistert.



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