Ein altes Solarfahrrad modernisiert

Werkrealschüler und Auszubildende bekommen für ihr Gemeinschaftsprojekt Preis verliehen

Ein altes Solarfahrrad,zwei Schulen und eine Arbeitsgemeinschaft: Werkrealschüler der Merkurschule in Ottenau und angehende Mechatroniker von der Carl-Benz-Schule modernisieren in der „Heming-Way Solar AG“ ein von dem Gaggenauer Otto Heming konstruiertes und in die Jahre gekommenes Solarfahrrad.
Die Auszubildenden fungieren dabei als Mentoren der Schüler, diese gewinnen Einblick in die Ausbildungs- und Arbeitswelt und Erkenntnisse für ihre spätere Berufswahl. Dieses Konzept überzeugte die Jury des Wettbewerbs „Energie für Bildung“, der von der Ergasversorgung Süddeutschland ins Leben gerufen wurde. „Das Projekt vereint die verschiedensten Elemente: Von Forschung und Technik über Tüfteln bis hin zum sozialen Lernen in der Gruppe“, so die Begründung. Nun erfolgte die Übergabe des mit 1 000 Euro dotierten Preises.
„Ich freue mich, dass meine Ideen Verwirklichung gefunden haben“, erklärte der 78-jährige Otto Heming. „Otto Heming, ein Tüftler der Region, hat dieses Projekt initiiert, indem er sein selbst entwickeltes Solarfahrrad aus Altersgründen den beiden Schulen vermachte“, erklärte Volker Bachura, Schulleiter von der Carl-Benz-Schule.
Die Schüler führen damit sein Lebenswerk nachhaltig fort. „Wir freuen uns riesig über das Projekt, die Schüler arbeiten mit Feuereifer an diesem Fahrzeug“, bestätigte Rektorin Barbara Fischer von der Merkurschule. „Die Carl-Benz-Schule entwickelt sich zu einem Innovationszentrum“, sagte Bürgermeisterin Brigitte Schäuble. Sie ist erfreut über die Kooperation zwischen der Landkreisschule und der Merkurschule in städtischer Trägerschaft. „Bemerkenswert an dieser Idee ist die Teamarbeit.“
Projektleiterin Angela Grether stellte den Wettbewerb Energie und Bildung“ vor. Ein wichtiges Ziel sei die Förderung von naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchskräften, auch junge Frauen sollen für diese zukunftsträchtigen Berufe begeistert werden. Jährlich werden zwölf Projekte oder Initiativen unterstützt. Schirmherrschaft ist der badenwürttembergische Kultusminister Andreas Stoch. Das Fahrrad wurde zunächst generalüberholt und mechanisch instand gesetzt: Zuletzt hatte das vor über zehn Jahren gebaute dreirädrige Gefährt gelitten, Rowdys hatten es beschädigt, unter anderem war eine Achse gebrochen. „Wir haben die Verkleidung entfernt, um das Fahrrad leichter zu machen“,
so Elektrotechniklehrer Matthias Körber. „Die Konstruktion selber funktioniert sehr gut.“ Weitergehen wird es mit der Antriebstechnik: Die Solarmodule sollen platzsparender und stromlinienförmiger auf einem Fahrradhänger angebracht werden. Auch eine stromlinienförmige Verkleidung soll entwickelt werden.
Techniklehrer Stephan Klumpp, der das Projekt auf Seiten der Merkurschule betreut, ergänzt: „Unsere Werkrealschüler erhalten bei der Zusammenarbeit mit den älteren Jugendlichen neue Vorbilder, die sie eventuell für den naturwissenschaftlichtechnischen Berufsweg motivieren.“

Werkrealschüler der Merkurschule in Ottenau und angehende Mechatroniker von der Carl-Benz-Schule überarbeiten in der „Heming-Way Solar AG“ ein von dem Gaggenauer Otto Heming konstruiertes und in die Jahre gekommenes Solarfahrrad. Dafür wurden sie nun ausgezeichnet.

BNN, 04.10.2013


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