Industrie 4.0 an der Carl-Benz-Schule Gaggenau als Lernfabrik 4.0

Schüler rüsten sich für berufliche Zukunft

Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid hat am 28. Januar 2016 den Startschuss für den Aufbau von 15 Lernfabriken 4.0 gegeben. Der Minister überreichte, zusammen mit Kultusstaatssekretärin Marion v. Wartenberg und den Vertreterinnen und Vertretern der Stadt- und Landkreise als Träger der beruflichen Schulen bei einer Feierstunde im Neuen Schloss in Stuttgart offiziell die Förderbescheide. Eine dieser Lernfabriken findet ihren Platz an der Carl-Benz-Schule Gaggenau.
In Expertenkreisen ist „Industrie 4.0“ ein fester Begriff. Die Digitalisierung und Vernetzung sämtlicher Fertigungsprozesse miteinander ist nicht mehr wegzudenken. All das schafft neue Möglichkeiten und Herausforderungen, vor allem in Hinblick auf die Ausbildungssituation an den beruflichen Schulen. Die Fachkräfte von morgen müssen bereits heute auf die neuen Ansprüche und Aufgaben der Zukunft vorbereitet werden. Die gewerblichen Berufsschulen im Land sind aufgerufen, sich diesen Anforderungen zu stellen.
Auch die Carl-Benz-Schule Gaggenau nahm diese Herausforderung an und bewarb sich erfolgreich für die „Industrie 4.0“-Förderung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft und setzte sich mit ihrem „Lernfabrik 4.0“-Konzept durch. Der Landkreis Rastatt und mehrere Firmen der Region halfen zusätzlich, den Schülerinnen und Schülern der Carl-Benz-Schule Gaggenau das zukunftsträchtige Lernen an der Lernfabrik 4.0 zu ermöglichen.
Die Konsequenz daraus: Ab Herbst 2016 werden die Lernenden an der Carl-Benz-Schule Gaggenau neue Wege beschreiten und Industrie 4.0 in einer fortschrittlichen Konzeption als Lernfabrik 4.0 erleben. Mit Hilfe der so entstehenden Lernumgebung werden der Umgang mit intelligenten Maschinensystemen und deren Vernetzung untereinander nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch aufgezeigt und zugleich neue Wege der praxisnahen Kompetenzentwicklung ermöglicht. Den Lernenden wird durch die Lernfabrik das Arbeiten mit vernetzten Produktionsprozessen vorgeführt und dabei eine richtungsweisende und äußerst zukunftsträchtige Technologie erläutert. Die Labortechnik entspricht dem realen Industriestandard und baut die Carl-Benz-Schule Gaggenau zu einem Kompetenzzentrum auf diesem Gebiet weiter aus.
„Die betrieblichen Zusammenhänge, die unsere Schüler an der Carl-Benz-Schule Gaggenau in der Zukunft durch diese neue Lernumgebung vorfinden, bereitet sie noch besser auf ihr zukünftiges Berufsleben in einem Unternehmen vor“, erklärt Schulleiter Volker Bachura. Der große Vorteil dieser Investition bestehe darin, dass die Schülerinnen und Schüler jeden einzelnen Produktionsschritt von der Planung bis zur Fertigstellung eines realen Produktes nachvollziehen, mitgestalten und praktisch an jeder „Stellschraube“ einwirken können. Das komplexe Thema Industrie 4.0 und die damit verbundene Vernetzung der Systeme wird greifbar und anschaulich aufbereitet. Die Schulung im Produktionsmanagement, die bei den komplexer werdenden Anforderungen der zukünftigen Fachkräfte immer wichtiger wird, gehört ebenfalls dazu. Durch die übergreifende Verkettung von Maschinensystemen lassen sich unterschiedliche Produktionsschritte wie CNC-Fertigung, Wärmebehandlung, Umformung und Roboter-Handlings-Systeme präzise aufeinander abstimmen und mit Fragen des optimalen Energieverbrauchs und der Qualitätssicherung verknüpfen.
Neben der Industrie 4.0 Hauptanlage verfügt die Carl-Benz-Schule Gaggenau ab Herbst 2016 über ein zusätzliches Grundlagenlabor, in dem bis zu 16 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig arbeiten können, um in didaktisch reduzierter Form einzelne Arbeitsabläufe nachzustellen und zu üben. „So entsteht ein Rundumpaket, das die bisherige Ausstattung der Schule sinnvoll erweitert und den Weg für die Zukunft richtungsweisend bahnt“, ergänzt der Schulleiter. Volker Bachura ist sich sicher, „dass die neue Labortechnik mit dem Industrie 4.0-Standard eine große Bereicherung für alle Lernenden und einen weiteren Meilenstein an der Carl Benz Schule darstellt“.


Von links: Schulleiter Volker Bachura, Kämmerer und Amtsleiter Burkhart Jung, Landrat Jürgen Bäuerle, Kultusstaatssekretärin Marion v. Wartenberg und Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid


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