Jugendliche Flüchtlinge an der Carl-Benz-Schule Gaggenau

Falk Hartmann und Wolfram Frietsch als Referenten des ersten Karlsruher Bildungskongresses 2016

Das Bildungssystem steht in Folge der Globalisierung vor großen Herausforderungen. Unstrittig ist die Erkenntnis, dass die Ungleichheit von Zukunftsperspektiven vor allem durch Bildung verringert werden kann. Auf dem ersten Karlsruher Bildungskongress 2016 (Donnerstag, 22. bis Sonntag, 25. September) stellten Experten aus Wissenschaft und Bildung unterschiedliche pädagogische Konzepte und Erfahrungen zu diesem Thema vor. Zwei Lehrer der Carl-Benz-Schule Gaggenau waren als Referenten eingeladen: Falk Hartmann, Abteilungsleiter der Berufsschule und Wolfram Frietsch, Klassenlehrer der VABO. Sie sprachen über: Willkommen Heimat 2.0. VABO-Konzept an der Carl-Benz-Schule Gaggenau, einem fächerübergreifenden Projekt-Unterricht (Deutsch, Gemeinschaftskunde, Werkstatt, Ethik, Kunst) zum Thema „Heimat“ in der VABO (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse).


Jugendliche Flüchtlinge und Spätaussiedler zwischen 16 und 19 Jahren reflektieren ihren Heimatbegriff und erfahren Heimat in verschiedenen Unterrichtssituationen. Im Werkstattunterricht modellierten sie den Begriff „Willkommen“ aus ihren jeweiligen Landesprachen und den Sprachen, die andere Schüler der Schule sprechen. Die aus Metall geformten Worte werden nach und nach im Eingangsbereich an der Treppe angebracht. Jeder, der die Schule betritt, ist somit Teil der multilingualen und globalen „Willkommenskultur“ der Schule. Alle das Projekt betreuenden Lehrerinnen und Lehrer sind für ihr pädagogisches Konzept Preisträger des „Deutschen Lehrerpreises 2015“ in der Kategorie „Unterricht innovativ“.
Der Bildungskongress bot die Gelegenheit, weitere Projekte unserer Schule als  „Best-Practice-Beispiele“ anzuführen. Schüler der Carl-Benz-Schule Gaggenau, die als Auszubildende der Berufsgruppe Werkzeugmechaniker bzw. Fertigungsmechaniker bei Daimler Gaggenau lernen und Schüler der VABO führten 2016 ein dreitägiges Sozialprojekt durch. Ziel war es, Misstrauen, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen und den Schülern Einblick in den Berufs- und Ausbildungsalltag zu geben. Als fachliche Herausforderung wurde als Projekt die Herstellung einer Weltkarte mit den verschiedenen Kontinenten ausgewählt. Die Anregung zu diesem Projekt erfolgte von Gerwin Kohlbecker, Ausbildungsleiter des Daimler AG Mercedes-Benz Werks Gaggenau. Die Projektleitung lag in den Händen der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) am Standort Gaggenau unter der Leitung von Alexander Fechner.


Nach einem gegenseitigen Kennenlernen wurden mehrere Teams gebildet und den Kontinenten zugeteilt. Aus 1,5-mm starkem Aluminiumblech fertigten nun die Teams ihre Kontinente. Anreißen, Scheren, Stanzen, Bohren, Feilen, Oberflächenbearbeitung bis hin zur gemeinsamen Montage der Weltkarte,  all das galt es für die Jugendlichen und ihre Mentoren zu meistern. Nach drei intensiven Projekttagen waren sich alle Beteiligten einig, ein tolles Projekt gestaltet zu haben. Die Weltkarte hat mittlerweile in der Carl-Benz Gewerbeschule in Gaggenau einen gebührenden Platz im Treppenhaus erhalten.



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