Lernfabrik 4.0 startet an der CBS Gaggenau

Presseberichte aus den BT und der BNN vom 06.12.2016

BT von 06.12.2016


Lernfabrik ein "Leuchtturm und Zugpferd der Region"

Gaggenauer Carl-Benz-Schule startet innovative Ausbildung / Firmen beteiligen sich an hoher Investition

Die Digitalisierung schreitet rasend schnell voran - und erfordert von Schülern und Auszubildenden neue Fähigkeiten. Die Carl-Benz-Schule in Gaggenau vermittelt diese auch künftig. Gestern wurde die "Lernfabrik 4.0" in Betrieb genommen. Die Kosten des "Vorzeigeprojekts für die berufliche Ausbildung" und den "Leuchtturm auf der Höhe der Zeit", wie es Staatssekretärin Katrin Schütz formulierte, belaufen sich auf 812500 Euro.

337000 Euro steuert das Landes-Wirtschaftsministerium bei, in dem die ehemalige baden-württembergische CDU-Generalsekretärin aus Ettlingen inzwischen arbeitet. "16 Lernfabriken wie diese hier fördert das Land nun", berichtete Schütz vor den Politik-Granden der Region, die sich in Gaggenau ein Stelldichein gaben. "Gut die Hälfte" der Ausgaben trägt der Landkreis, führte Landrat Jürgen Bäuerle aus. Zudem war eine der Bedingungen, um "den Zuschlag unter 15 Bewerbungen zu erhalten, dass mindestens zehn Prozent der Summe aus der Wirtschaft kommen. Es macht mich stolz, dass binnen kürzester Zeit 92500 Euro flossen" (inklusive der IG Metall).

Bäuerle glaubt, dass die "Lernfabrik 4.0" den Firmen "bezüglich der dualen Ausbildung Impulse gibt". Er sieht wie Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus, Dr. Matthias Jurytko von Hauptsponsor Mercedes-Benz und Vittorio Lazaridis eine "Win-win-Situation für die Firmen und die Schule, denn die Schüler werden auf die digitale Welt und die Zusammenarbeit mit der Industrie vorbereitet". Der für die Lehranstalten zuständige Abteilungsleiter beim Regierungspräsidium Karlsruhe zollte ein "ganz großes Kompliment" an das Kollegium der Carl-Benz-Schule, habe es sich doch mit der Bewerbung "einem harten eineinhalbjährigen Wettbewerb ausgesetzt und diesen für sich entschieden". Es sei eine "große Auszeichnung, als erst zweite Schule in Baden-Württemberg mit der ,Lernfabrik 4.0' beauftragt" worden zu sein, ergänzte Florus und schob nach, "das stärkt den Standort ungemein und ist ein Zugpferd für die ganze Region". Andere Einrichtungen des Kreises sollen davon ebenso profitieren.

Die Lobeshymnen reichte Rektor Volker Bachura gleich an Lehrer Christian Schmid weiter, der den modernen Produktionsablauf nun in den Klassenräumen "in drei Stufen greifbar macht". Schmid zeigte den Gästen die "Lernfabrik 4.0". Sie setzt sich zusammen aus der "ersten Grundlage, der Steuerungstechnik", erläuterte Schmid. In Stufe zwei beschäftigten sich bereits Mechatroniker an der Schule mit der Programmierung der Anlage. Im Nebenraum können die Schüler dann auch gleich sehen, wie sich ihre Arbeit auswirkt und ob die Handys dort automatisch durch die Anlage richtig gedreht und gefertigt werden. Klaus Zimmermann von der Firma Festo Didactic erläuterte bei der feierlichen Inbetriebnahme den Ablauf.

Zudem zeigte Maker-Bot an der dritten Station, wie per 3-D-Drucker erforderliche Teile erstellt werden. Die auf dem Baden-Airpark angesiedelte Tochter der Firma Stratasys unterstützt das Projekt in Gaggenau ebenso. Die 3-D-Drucker seien eine "Spielwiese" für die Schüler, mit der sie sich für den Arbeitsmarkt qualifizieren können, weil den Firmen derzeit sachkundige Mitarbeiter fehlten, berichtete Maker-Bot-Vertriebsmann Daniel Grimm. Daimler-Werksleiter Jurytko assistierte und kündigte dank der "Schule als Marktplatz neuer Ideen" zusätzliche Stellen in Gaggenau an.

BT, Gaggenau, 06.12.2016,  Hartmut Metz

BNN von 06.12.2016

Landrat: „Standort ist bestens vorbereitet“

An der Carl-Benz-Schule wurde die Lernfabrik 4.0 in Betrieb genommen / Kreis finanziert die Hälfte

Am gestrigen Montag wurde in der Carl-Benz-Schule die Lernfabrik 4.0 im Beisein von Landrat Jürgen Bäuerle sowie Vertretern von Politik, Wirtschaft und Bildung in Betrieb genommen. Zur Einweihung war neben mehreren Bürgermeistern auch Staatssekretärin Katrin Schütz nach Gaggenau gekommen, die von einem „Leuchtturmprojekt für die berufliche Bildung“ sprach. Die Gesamtkosten der Lernfabrik belaufen sich auf 812 000 Euro, von denen der Landkreis rund die Hälfte (403 000 Euro) übernahm.

Schulleiter Volker Bachura sprach zu Beginn der Feierstunde kurz die Inhalte der Lernfabrik 4.0 an und dankte insbesondere seinem Kollegen Christian Schmitt, der die Projektleitung innehatte. „Mit der Carl-Benz-Schule wird die neue Lernfabrik 4.0 an einem dafür bestens vorbereiteten Standort in Betrieb genommen“, sagte Landrat Jürgen Bäuerle. Dass man die Inbetriebnahme der Lernfabrik feiern könne, sei der große Verdienst sehr vieler Beteiligter.

Initiiert wurde die Einrichtung einer Lernfabrik durch einen Förderaufruf des Wirtschaftsministeriums vom Juli 2015. Ohne die darin in Aussicht gestellte Förderung von 40 Prozent der Investitionen (337 000 Euro) wäre dieses zukunftsweisende Projekt für den Landkreis nicht zu stemmen gewesen.

Eine der Förderbedingungen war zudem, dass die Wirtschaft mindestens zehn Prozent der Investitionssumme beisteuert. Dieses Ziel wurde mit einer Spendensumme von 92 250 Euro erreicht. Bäuerle machte auch deutlich, dass von der Lernfabrik 4.0 auch die kaufmännischen Schulen profitieren sollten. Die Arbeitskräfte müssen gut auf den mit der Industrie 4.0 einhergehenden Wandel in der Arbeitswelt vorbereitet werden, sagte Staatssekretärin Katrin Schütz vom Wirtschaftsministerium. Die neue Lernfabrik 4.0 an der Carl-Benz-Schule sei ein „Vorzeigeprojekt für die berufliche Ausbildung auf der Höhe der Zeit“ und erfülle Praxisnähe in idealer Weise. Die Auszubildenden sowie die Teilnehmer an Weiterbildungslehrgängen könnten hier auf der Basis hochaktueller Industriestandards fit gemacht werden für die digitale Produktion der Zukunft. In der Lernfabrik in Gaggenau seien innovative Technologien eingebunden, die bald in jedem produzierenden Unternehmen zu finden sein werden, sagte Schütz.

Vittorio Lazaridis, Abteilungspräsident beim Regierungspräsidium Karlsruhe, betonte, dass die Kollegen der Carl-Benz-Schule in den vergangenen Monaten etwas Besonderes geleistet haben, indem sie ein pädagogisches Konzept für die Lernfabrik 4.0 erstellt haben. Lazaridis machte auch deutlich, dass die Digitalisierung viele Bereiche in der Gesellschaft verändern werde.

Standortleiter Matthias Jurytko von Mercedes-Benz Gaggenau begrüßte die Aktivitäten der Carl-Benz-Schule. „Was sie hier tun, ist ein wichtiger Schritt.“

Es sei eine große Auszeichnung für die Carl-Benz-Schule Gaggenau, dass sie gleich als zweite Berufsschule landesweit mit einer Lernfabrik 4.0 aufwarten könne, sagte Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek will in den Bundestag einen Antrag einbringen, der die erfolgreichen Lernfabriken 4.0 aus Baden-Württemberg in ganz Deutschland etablieren soll. Dies geht aus einer Pressemitteilung der SPD-Abgeordneten hervor.


AUFMERKSAME ZUHÖRER: Zu den zahlreichen Gästen, die in die Carl-Benz-Schule gekommen waren, gehörte auch Staatssekretärin Katrin Schütz (Sechste von links) aus dem Wirtschaftsministerium Stuttgart. Foto: Kocher

 BNN, Gaggenau, 06.12.2016,  Joachim Kocher

Link der Inbetriebnahme der Lernfabrik 4.0 bei "die neue welle":

http://www.regio-news.de/ka/news-feed/93-regio-news-rastatt/344285-1-5-millionen-fuer-digitales-lernen-gaggenauer-schule-eroeffnet-lernfabrik-4-0.html


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