Sauberkeit, Disziplin und Respekt

Indische Delegation von Besuch der Carl-Benz-Schule beeindruckt / Werksbesichtigung

Bericht der BNN vom 11.12.2015

Die indische Fahne weht in dieser Woche vor der Carl-Benz-Schule Gaggenau: Eine Delegation von der Government Polytechnic in der indischen Stadt Pune ist derzeit im Murgtal zu Gast, um sich über das duale Ausbildungssystem zu informieren.
Die Carl-Benz-Schule unterhält ein ganzes Netzwerk von Verbindungen zu internationalen Schulen, wie Schulleiter Volker Bachura erläuterte. Partnerschulen gibt es im finnischen Vantaa, in Carlotte/USA, in Saint-Étienne bei Lyon und in der Nähe von Madrid. Die Zusammenarbeit mit einer Berufsschule in Singapur geht so weit, dass die Asiaten die Standards für die Technikerausbildung übernommen haben, die Abschlüsse werden gegenseitig anerkannt.
Seit vielen Jahren unterstützt die BB Bank die internationalen Austauschprogramme. Der Rastatter Filialleiter Dominik Mürb konnte auch gestern einen Scheck in Höhe von 3000 Euro an Gerwin Kohlbecker, den Vorsitzenden des Fördervereins der Schule, überreichen.
„Schulen sehen die wachsenden Notwendigkeit zu globalem Denken“, sprach Falk Hartmann, Abteilungsleiter an der Carl-Benz-Schule und bei den internationalen Partnerschaften federführend, von einem globalen Ausbildungsmarkt („Global educational market“). Unternehmen wie Mercedes-Benz sind mittlerweile weltweit in allen wichtigen Absatzmärkten mit Produktionsstätten vertreten. Die Erfahrungen zeigten, dass das Ausbildungsniveau etwa in den USA unter dem deutschen liegt, sah Falk Hartmann Chancen, das anerkannte Duale Ausbildungssystem zu „exportieren“.

Dies sei auch wichtig für den Bestand der Marke im Heimatland: Wenn die Qualität der in Brasilien oder Indien produzierten Fahrzeuge mit dem Stern auf der Haube nicht überzeugt und die Absatzzahlen deshalb zurückgehen, seien langfristig auch Arbeitsplätze in Stuttgart-Untertürkheim oder Gaggenau gefährdet.

Foto 1: Landrat Jürgen Bäuerle und Suhas P. Paranjape, Abteilungsleiter Automotive an der Gouverment Polytechnic in Pune (Indien)

„Ich bin sehr glücklich, dass wir in unserem Landkreis sehr viele Global Player haben“, betonte auch der Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle als Vertreter des Schulträgers. Aufgabe des Landkreises sei es, den Unternehmen gut ausgebildete junge Menschen zur Verfügung zu stellen. „Die Welt ist kleiner geworden, die Internationalisierung schreitet voran“; hob er die wachsende Bedeutung von internationaler Zusammenarbeit auf Ebene der Schulen hervor.

Auf die Frage von Landrat Bäuerle, welche drei Dinge sie nach ihrer Rückkehr aus Deutschland ihrem Umfeld zu Hause erzählen werden, antwortete Suhas P. Paranjape, Abteilungsleiter Automotive an der Government Polytechnic Pune: „Sauberkeit, Disziplin, Respekt“. Seine Kollegen ergänzten diese Punkte noch um ein typisches Schwarzwälder Produkt: „Kuckucksuhr“. An dem indischen College werden rund 3 000 Schüler von 100 Lehrern unterrichtet. „Wir waren beeindruckt von der Ausstattung und den Lehrmethoden“, betonte Suhas P. Paranjape weiter.
Die Vier-Millionen-Stadt Pune ist ein Zentrum der indischen Automobil- und Computerindustrie. Im dortigen Mercedes-Benz-Werk produzieren 700 Mitarbeiter Fahrzeuge der C-, E-, S-, ML- und GL-Klasse ausschließlich für den indischen Markt.
Die indische Delegation wird noch bis Ende dieser Woche im Murgtal bleiben und unter anderem das Mercedes-Benz-Werk in Gaggenau besichtigen.

Außerdem steht ein Besuch in der Werksniederlassung in Baden-Baden auf dem Programm: Dort können die Lehrer aus Pune ein geöffnetes Automatikgetriebe aus Gaggenauer Produktion inspizieren, wie es auch nach Indien geliefert und dort in den Pkw-Modellen verbaut wird.

Foto 2: Suhas P. Paranjape, Gerwin Kohlbecker, Vorsitzender Förderverein der CBS, Dominik Mürb, Filialleiter BBBank, Dr. Falk Hartmann, Abteilungsleiter CBS, Landrat Jürgen Bäuerle, Volker Bachura, Direktor CBS

BNN, 11.02.2015 von Herrn Georg Keller


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