Schulwettbewerb „5 x 500 Euro“: Schüler betätigen sich als Forscher und Unternehmer

Sie produzieren Kugelschreiber, bauen Fahrzeugmodelle und entwickeln eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung. Sie erforschen Fragen aus der Molekularbiologie und entwickeln Modelle von Maschinen, die es noch gar nicht gibt, die aber im Alltag dringend benötigt werden, wie das Hochspringsofa, das unliebsame Gäste bockend aus dem Haus befördert.

So unterschiedlich die fünf Projekte von Schulen aus Karlsruhe, Bretten, Ettlingen und Gaggenau sind, die am 31. Januar 2017 von der Wirtschaftsstiftung Südwest mit je 500 Euro prämiert wurden, einiges haben sie aber auch gemeinsam: die Schüler müssen kreative Ideen entwickeln und umsetzen und dazu noch wirtschaftliche Zusammenhänge berücksichtigen. Darum ging es der Stadt Karlsruhe, der Sparkasse Karlsruhe und der Volksbank Karlsruhe, als sie die Wirtschaftsstiftung Südwest im Dezember 2000 gründeten.

„Wir wollen Schülerinnen und Schüler an wirtschaftliches Handeln heranführen und deren Unternehmergeist fördern“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Michael Kaiser. Um eine zusätzliche Motivation zu bieten, prämierte die Wirtschaftsstiftung Südwest bereits zum zehnten Mal Schulprojekte zur Berufsorientierung, zum zweiten Mal unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsbürgermeisterin Luczak-Schwarz, die die Preisträger in den Räumen der Volksbank Karlsruhe auszeichnete. In diesem Jahr hatten sich 33 Schulen mit 41 Projekten beworben. „Die Initiative fördert Projekte in der ganzen Region und bindet alle Schultypen ein“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Eindrucksvoll waren die Präsentationen der fünf Gewinner durch die Schülerinnen und Schüler selbst. So planen, konstruieren, produzieren, bewerben und verkaufen die Schülerinnen und Schüler der Schillerschule Ettlingen einen per 3D-Drucker hergestellten Kugelschreiber. Alle gängigen wirtschaftlichen Prozesse werden so praxisnah erfahrbar gemacht. Die 500 Euro sollen für die Erweiterung des 3D-Druckers verwendet werden.

Schüler der Carl Benz Schule, einer Berufsschule in Gaggenau, bauen in Schüler-teams ein ferngesteuertes, geländegängiges UNIMOG-Modell. Das Projekt startet mit einem Besuch des Unimog-Museums in Gaggenau, geht über die Konstruktion und den Bau von Unimogs bis zu einem Modellfahrzeugrennen mit Siegerehrung im Museum Gaggenau und einer Mitfahrt im echten Unimog als Gewinn. Mit dem Preisgeld soll Lego-Technic- und Verbrauchsmaterial beschafft werden. Weitere Schulen sollen einbezogen werden.

„Trinkwasseraufbereitung“ ist das Thema von Schülerinnen und Schülern des Me-lanchthon Gymnasiums Bretten. Sie entwickeln eine Anlage für Kairo, die verkeim-tes Wasser mit Hilfe von Sonnenenergie über ein Photovoltaik-Modul zu Trinkwas-ser aufbereitet. Ziel ist es, Menschen in Entwicklungsländern kostengünstig Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Mit den 500 Euro sollen PV-Module, Li-Ionen Akkus, Getriebemotoren, elektronische Bauteile und Mikroprozessoren gekauft werden.

Bei der Fischertechnik-AG lernen Grundschüler der Gartenschule Karlsruhe anhand von Fischertechnik-Baukästen experimentell die Grundlagen technischer Zusam-menhänge kennen. Besonders werden dabei Mädchen berücksichtigt. Die Kinder sollen ein Verständnis für Grundprinzipien mechanischer Konstruktionen entwickeln. Mit den 500 Euro soll zusätzliches Material angeschafft werden und erste Schritte in Richtung Robotik unternommen werden.

Bei der Begabten AG des Albertus-Magnus-Gymnasiums Ettlingen erforschen Schüler aktuelle Fragen aus der Molekularbiologie. Die drei Themen sind: Geneti-sche Manipulation, Epigenetik (Änderungen der Genfunktion, die nicht auf Mutation beruhen) und Bioinformatik. Sie stehen im Austausch mit Wissenschaftlern und nehmen Einblick in deren Arbeit. Sie erstellen Infostände, Poster her und eine Website, führen Präsentationen durch und beteiligen sich an wissenschaftlichen Diskussionen mit Experten - auch in Englisch. „Jeder Blumenkohl hat mehr Gene als DU!“ lautet der Titel ihres Projektes. Das Preisgeld soll vor allem für Exkursio-nen zu Forschungslabors verwendet werden.

Zum Bildungsauftrag der gemeinnützigen Wirtschaftsstiftung Südwest gehört auch die Weitergabe von unternehmerischem Wissen an kleine und mittelständische Fir-men der Region, etwa über das Beraternetz Karlsruhe, das auch über Fördermittel informiert.

Der Schulwettbewerb „5 x 500 Euro“ fördert junge Menschen. Seine Neuauflage ist für November 2017 geplant.


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